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„Godewind“ rockt dat Huus

Hesedorf. Während im niederbayrischen Passau die drei Wasserläufe von Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, kann Hesedorf lediglich mit dem kleinen Pulvermühlenbach aufwarten. Wenn dennoch ein Anhänger norddeutschen Liedguts aus dem Land der Biertrinker eigens in das 2.300-Seelen-Dorf vor den Toren Bremervördes reist, muss das schon einen ganz besonderen Grund haben. Genau den gab es am Sonnabend: In Hesedorfs neuem „Logehuus“ trat die bekannte Band „Godewind“ auf und huldigte ihrer norddeutschen Heimat mit einer wunderschönen musikalischen Liebeserklärung. Von Harm Zimmering

Stimmungsvolle Heimatlieder und fetziger „Rock op Platt“: Die populäre Band „Godewind“ brachte am Sonnabend das neue Hesedorfer Heimathaus zum Beben. Foto: Zimmering

Der 70-jährige Pensionär Dirk Jenssen aus Passau reist der populären Band, die unter anderem das bei Nordfriesen so beliebte Mischgetränk „Pharisäer“ bundesweit bekannt gemacht hat, bereits seit 15 Jahren hinterher und eilt von einem Veranstaltungsort zum anderen. „Meine Mutter stammte aus Norddeutschland“, versucht der eingefleischte „Godewind“-Fan in urbayrischem Dialekt seine Begeisterung für die fünf Musiker mit dem unverwechselbaren Charme norddeutscher Lebensart zu erklären.

Doch mit seiner Faszination ist Dirk Jenssen am Sonnabend beileibe nicht allein: Die Konzertbesucher im schmucken Hesedorfer Heimathaus, das wegen des großen Andrangs schier aus allen Nähten zu platzen droht, lässt sich von den fünf aus Funk und Fernsehen bekannten Vollblutmusikern aus Schleswig-Holstein vom ersten Lied bis zur allerletzten Zugabe und von dem melodischen Zauber infizieren, den „Godewind“ mit melancholischen Liedern, aber durchaus auch mit fetzigem „Rock op Platt“ zu verbreiten versteht.

Tosender Beifall brandet jedes Mal auf, wenn die Band einen ihrer vielen bekannten Hits wie das temperamentvolle „Moin, Moin“, die „Nordischen Farben“ oder das humorvolle Lied vom „Pharisäer“ anstimmt.

Dazwischen vermitteln die musikalischen Botschafter aus dem Land zwischen den Meeren ihren Zuhörern immer wieder musikalische Impressionen von dem weiten Land unter klarem Himmel in ihrer norddeutschen Heimat, nehmen sie mit auf romantische Spaziergänge zu zweit „Achter Dünen un Diek“, animieren sie bei „Hör den Wind“ zum Träumen oder lassen sie an Sehnsucht und Trennungsschmerz teilhaben, wenn sie von Fahrten auf dem Meer singen, wo „de Wellen ut Gold“ sind.

Die „Glocken van Rungholt“ dagegen erzählen die Sage von einem im Herbststurm versunkenen Ort, und der „Fährmann“ lässt die Konzertbesucher ob der leicht schaurigen Beschreibung von unheilvoller Stimmung und Gefahren im herbstlichen Nebel an den Küsten Norddeutschlands frösteln. „Weit vor der Zeit und hoch überm Wind. Die Sonne, sie schenkt dem Regen ein Kind. Regenbogenkinder, unendlich reich. Sie weinen und lachen doch zugleich...“ Viele Besucher im Hesedorfer Heimathaus singen leise mit, als die Musiker von „Godewind“ ihren Erfolgshit anstimmen, der 1990 Siegertitel beim ersten niedersächsischen TV-Wettbewerb „Lieder so schön wie der Norden“ wird.

Und manch einer der Konzertbesucher staunt nicht schlecht, als urplötzlich weltberühmte „Abba“-Melodien im Hesedorfer Heimathaus aufbrausen. Von „Money, Money“ über „Waterloo“ und „Mamma Mia“ bis zu „Fernando“ lässt „Godewind“ es ordentlich krachen, wobei die Superhits der einstigen Popgruppe aus Schweden natürlich „op Platt“ vorgetragen werden. Ähnlich verfahren sie später mit etlichen Erfolgstiteln der Beatles.

Dass sie es durchaus auch mal „rockig“ mögen, beweisen Bandleader Larry Evers (Saiteninstrumente), Shanger Ohl (Keyboard), Sven Zimmermann (Bass, Gitarre) und Heiko Reese (Schlagzeug, Percussions) zusammen mit ihrer großartigen Sängerin Anja Bublitz, die unter anderem schon für die „No Angels“ und für Jeanette Biedermann im Studio gesungen hat, ihren Zuhörern am Sonnabend mit Titeln aus ihrer CD „Platt ´n Roll“, die sie im vergangenen Jahr zum 30. Geburtstag von „Godewind“ veröffentlicht haben.

Der Heimatvereinsvorsitzende Friedrich Michaelis jedenfalls erntet rauschenden Beifall, als er die beliebten Musiker sozusagen „vom Fleck weg“ für ein zweites Konzert zur Weihnachtszeit im nächsten Jahr verpflichtet. Und er gibt dem Publikum auch gleich einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg: Karten solle man am besten ab sofort vorbestellen, meint der Heimatvereinsvorsitzende.

Denn eines sei nach dem rauschenden Auftritt von „Godewind“ am Samstag im Hesedorfer Heimathaus gewiss: Die Vorstellung im nächsten Jahr wird ebenfalls wieder rasend schnell ausverkauft sein. Und ganz bestimmt unternimmt dann auch Dirk Jenssen aus dem niederbayrischen Passau seine zweite Reise von der Donau an den Pulvermühlenbach…

Entspannte Atmosphäre im neuen Hesedorfer Logehuus. Foto: R. Borgardt
Bremervörder Zeitung vom 16.11.2010
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„Toll, was Ihr geleistet habt“

„Tag der offenen Tür“ beim neuen Heimathaus in Hesedorf – Kuchen aus dem Ofen und historische Tänze
Hesedorf. „Weißt Du, was man damit gemacht hat?“ Edith Haselbach hält ein für jüngere Menschen merkwürdig anzuschauendes Küchenutensil in der Hand. An einem Holzhandgriff ist ein federnder, konisch geformter dicker Metalldraht befestigt. „Damit hat man Eischnee hergestellt“, weiß Ilse Erdmann. Die beiden Frauen haben am Sonntag beim „Tag der offenen Tür“ die Ausstellungsstücke im neuen Hesedorfer Heimathaus begutachtet. Von Lutz Schadeck
Nicht nur bei ihnen wurden Erinnerungen wach. Viele Besucher aus Hesedorf, aber auch aus Selsingen, Elm, Mulsum und Ober Ochtenhausen kamen zum „Tag der offenen Tür“, den die Hesedorfer Heimatfreunde in Verbindung mit dem traditionellen Mäh- und Backtag veranstalteten.
Am 5. Juni war das neue Heimathaus bereits offiziell eingeweiht worden. Zu diesem Termin waren hauptsächlich geladene Gäste, Politiker, Architekten und Mitglieder des Vereins anwesend. Am Sonntag sollten nun auch alle anderen Interessierten die Möglichkeit erhalten, das Haus in der Hofanlage zu besichtigen. „Toll, was die geleistet haben“, war anerkennend zu hören. Gemeint war der große ehrenamtliche Einsatz der Vereinsmitglieder.
Immerhin hatten diese in 51 Wochen über 6 300 Arbeitsstunden als „Muskelhypothek“ abgeleistet. Jetzt stehen die „Feinarbeiten“ an. Wie Vorstandsmitglied Hans Wilhelm Peper verriet, lagern noch etliche Exponate in diversen privaten Räumen, die zusammengetragen und in der oberen Etage ausgestellt werden sollen.
Einiges ist schon da. Zum Beispiel alte Küchenutensilien, Puppen, die mit den alten Trachten bekleidet sind und zwei funktionstüchtige Webstühle. Wie das das Weben funktioniert, zeigte Herta Wirthwein. Und damit dies traditionsreiche Handwerk nicht in Vergessenheit gerät, saß die neunjährige Enkelin Marie neben ihrer Oma und schaute aufmerksam zu. Der Webstuhl, an dem Herta Wirthwein arbeitete, ist kein Nachbau, sondern ein Original und stand früher auf Wilkens‘ Hof in Hesedorf. Jetzt wurde er dem Verein von Familie Benninghoff aus Bevern als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Was wäre ein Mäh- und Backtag ohne Butterkuchen und Brot? So wurden im eigenen Steinbackofen 36 leckere Logebrote und zehn große Bleche Butterkuchen gebacken. Bereits um sechs Uhr morgens hatten sich die Helfer darangemacht, den Ofen anzuheizen. Die Mühe wurde mit leckeren Backwaren belohnt. Mit Kaffee und Kuchen platzierten sich die Gäste zum Klönschnack in der Deele und draußen vor der „groten Deeldör“. Auf dem schön gestalteten Platz zeigte die Trachtentanzgruppe historische Tänze.
Die Heimatfreunde haben sich auch für die Zukunft viel vorgenommen. So zum Beispiel am 13. November: Dann kommt die Musikgruppe „Godewind“ nach Hesedorf.
Bremervörder Zeitung vom 03.08.2010

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Ein Loblied aufs „Logehuus“

Hesedorf. „Ich weiß, ich hab’ manchmal genervt. Aber ihr wart spitze.“ Diese Aussage von Friedrich Michaelis, eigentlich nur den Handwerkern zugedacht, hatte auch für alle Mitglieder des Heimatvereins Hesedorf eine tiefere Bedeutung. Denn vor knapp einem Jahr begann das, was am Samstag seinen vorläufigen Höhepunkt fand: die Einweihung des Hesedorfer Heimathauses. Von Lutz Schadeck

Die Kraftanstrengung der Dorfgemeinschaft trägt Früchte: Das neue Heimathaus des Heimatvereins im Herzen von Hesedorf ist fertig. Fotos: Schadeck

Der Erste Vorsitzende war sichtlich angespannt, als er an das Rednerpult ging. Brauchte er aber nicht zu sein, denn das Haus ist so geworden, wie sich die Heimatfreunde das schon länger gewünscht hatten. Friedrich Michaelis bedankte sich bei allen, die tatkräftig dies große Vorhaben unterstützt und vorangebracht haben.

Namentlich hob Michealis besonders Bianka Zydek und Kurt Koopmann von der Bremervörder Verwaltung hervor, vergaß aber auch die nicht, die ihre „helfenden Hände“ mit einsetzten: die Familienmitglieder. Heiner Ehlen, Mitglied des Landtages, sah in seiner Festrede den Endpunkt allerdings noch nicht erreicht. Aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Minister wusste er verschmitzt: „Wir haben jetzt eine Station erreicht. Vereine kommen nie zu Ende.“

Ehlen lobte Michaelis für seine Durchsetzungskraft bei den maßgeblichen Stellen in Politik, der Bevölkerung und im Verein. „Was nutzt es, wenn ein Vereinsvorsitzender eine gute Idee hat? Wichtig ist, dass alle sich mit einbringen.“ Der „Minister außer Dienst – MaD“ wie Ehlen sich nun selbst bezeichnet, sprach auch die Kosten an. So liegt in der Gesamtsumme der bare Eigenanteil bei 151 484,03 Euro neben der öffentlichen Förderung des Landkreises Rotenburg (40 000 Euro), Stadt Bremervörde (52 000 Euro), Zuwendung aus den Fördermöglichkeiten des Landes der GLL Verden (75 000 Euro) und der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde (10 000 Euro). Ehlen schlug den Bogen von den Fördermöglichkeiten solcher Projekte über LEADER zur Gestaltung der Dörfer. „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Leute nicht abwandern. Ortskerne müssen lebendig erhalten bleiben“, forderte er.

Viele Dörfer seien dabei, zu veröden, beklagte Ehlen. Einige Projekte, die dem entgegenwirken, seien in der Region zu sehen. Weitere Projekte zur Umgestaltung der Dörfer stünden an.

So werde vom Landwirtschaftsministerium in zwölf Dörfern untersucht, ob nicht andere Formen der dörflichen Entwicklung, zum Beispiel durch Nachnutzungskonzepte für vorhandene Bausubstanz, geeignet sind, die erforderliche Infrastruktur zu schaffen. Mit Blick auf das Hesedorfer Heimathuas meinte Ehlen, dass hier ein lebendiges Zentrum für alle entstanden sei, das es mit Leben zu erfüllen gelte.

Der stellvertretende Landrat Reinhard Brünjes grautlierte dem Verein zu seiner „beispielhaften Hofanlage“, die „eine weitere Perle in der Kette ist, die Bremervörde umschließt“.

Mit zu dieser vom Landkreis geförderten „Perlenkette“ gehören unter anderem der Kornspeicher in Nieder Ochtenhausen, das Heimathaus in Mehedorf, das Findorfhaus in Iselersheim, die Ziegelei in Bevern und: „Die große Brosche bildet das Bachmann-Museum in Bremervörde.“

Bürgermeister Eduard Gummich hatte es nach diesen Rednern schwer: „Eigentlich ist schon alles gesagt worden. Ich schließe mich den Wünschen meiner Vorredner an – und bin damit durch.“ Der dankbare Applaus der anwesenden Gäste für diese humorige Einleitung, hielt ihn dann doch nicht davon ab, noch einige Anerkennungen auszusprechen. „Dank gilt denen, die mit über 6 300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden Muskelhypothek geleistet haben.“ Gummich sei stolz, dass er in seiner Stadt einen so engagierten Ortsteil habe.

Als letzten Akt des offiziellen Teils der Feier wurde der Name des neuen Heimathauses bekannt gegeben. Ab sofort treffen sich der Heimatverein und seine Gäste im „Logehuus“. Bei Musik der Bläsergruppe der sechsten Klasse des Gymnasiums Bremervörde, Kaffee und Kuchen, Marschmusik des Spielmannszuges Hesedorf, den Aufführungen der Kindertanzgruppe in neuer Tracht, der Trachtentanzgruppe Hesedorf und der Stärkung durch eine Galloway-Rinderkeule feierte die vielen Gäste den neuen Hesedorfer Mittelpunkt.


Die Hesedorfer Trachtengruppe feierte das neue Heimathaus mit traditionellen Tänzen.
Quelle: Bremervörder Zeitung Online (http://www.brv-zeitung.de/Home/lokales/lokale-nachrichten_artikel,-Ein-Loblied-aufs-Logehuus-_arid,373431.html)